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RSSPrint

Friedrich Treumann

Geboren am 27.07.1888 in Berlin

Gestorben am 28.03.1944 durch Freitod in Berlin N54, Dragonerstraße 21 (gelegentlich wird auch der 29.03. als Todesdatum genannt).

Polizeiobersekretär außer Dienst (lt. Sterbeurkunde vom 03.04.1944).

Seit 1924 verheiratet mit Johanna Elisabeth Flora Treumann, geborene Krüger. Johanna Treumann wurde am 31.01.1879 in Berlin geboren und verstarb am 28.03.1944 in Berlin N54, Dragonerstraße 21 eines natürlichen Todes (Angabe des Amtsgerichts von Berlin vom 30.05.1944 / da sie lt. Hildegard Herbst, einer Bekannten, die die Treumanns am 28.03.1944 tot aufgefunden hat, 1 Tag vor Ehemann Friedrich verstorben sein soll, müsste sie eigentlich bereits am 27.03.1944 verstorben sein). Johanna Treumann war bis zu ihrem Tod Prokuristin bei der Fa. A. Seydel & Co., Berlin SW68, Alte Jakob-Straße 156-157.

Wohnhaft waren die Treumanns in Berlin-Zehlendorf, Stubenrauchstrasse 40.

Zuletzt wohnhaft in Berlin N54, Dragonerstrasse 21.

Friedrich Treumann beging Selbstmord durch Einnahme von Luminal-Tabletten.

Lt. Polizeibericht wurden die Treumanns am 28.03. um 10:30 Uhr von Hildegard Herbst in ihrer gemeinsamen Wohnung tot in ihrem Ehebett liegend und nur mit einem Nachthemd bekleidet aufgefunden. Hildegard Herbst, geb. Parda, war mit den Treumanns seit Langem befreundet. Lt. Ihrer Aussage hat Friedrich Treumann Selbstmord begangen „aus Gram über den Tod seiner Ehefrau sowie aus Angst vor Abschiebung in den Osten“ (Aussage im Polizeibericht vom 29.03.1944; Anmerkung: mit dem Tod seiner Ehefrau war Friedrich Treumann noch schutzloser geworden als er es ohnehin bereits war).

Der Todesschein wurde ausgestellt vom jüdischen Arzt Dr. med. Leo Israel Hirschberg.

Die Behörden ordneten für Friedrich Treumann Feuerbestattung an.

In den Sterbeurkunden wird ausdrücklich vermerkt, das Friedrich Treumann mosaischen Glaubens und seine Ehefrau Johanna arischer Abstammung war.

Lt. Schreiben der Geheimen Staatspolizei (Staatspolizeileitstelle Berlin, Berlin C2, Grunerstrasse 12) vom 06.05.1944 an den Oberfinanzpräsidenten Berlin-Brandenburg (Vermögensstelle) ist das Vermögen des Friedrich Treumann dem Reich verfallen und einzuziehen.

Am 11.04.1944 schrieb Hildegard Herbst an das Amtsgericht Berlin (Vorgang 461 VI 587.44), daß sie mit den Verstorbenen seit Langem bekannt und lt. eingereichtem Testament als Erbe des Letztverschiedenen eingesetzt wurde (im Testament hatten die Eheleute Treumann sich gegenseitig als Alleinerben eingesetzt). Die Herbst führt aus, dass ihr klar sei, dass das Vermögen von Friedrich Treumann als Jude dem Reich gehöre, sie beanspruche zeitgleich jedoch die 2. Vermögenshälfte der Johanna Treumann, da sie Arierin sei und ihr Vermögen daher nicht an´s Reich, sondern in Erfüllung des Testaments an sie, sprich Hildegard Herbst zu gehen habe. Ferner fordert sie Erstattung der Beerdigungskosten in Höhe von 270 Reichsmark.Treumann

Letzte Änderung am: 06.03.2021